Schreiben

Wieder mal Nano ...

Pünktlich zum 1. November fange ich wieder mit dem Nanowrimo an. Und das obwohl ich vor etwas mehr als 24 Stunden nicht einmal in Erwägung gezogen habe mitzumachen. Aber dann gestern, Arbeitspause, ich will mir eigentlich nur schnell was zu Essen kaufen und dann mitten auf dem Zebrastreifen über die Bécsi út kommt mir plötzlich die Eingebung: "Du machst Nano!" Und dann war es irgendwie beschlossen.

Zuvor hatte ich einige logische Gründe es nicht zu tun. Ich bin gerade in Budapest, mache da ein praktikum bei einer deutschsprachigen Zeitung. Eigentlich schreibe und korrigiere ich den ganzen Tag. Da bleibt nicht so viel Muße und Hirnschmalz auch noch Nano zu machen. Außerdem bekomme ich gerade im November drei Mal Besuch. Das heißt mindestens die Hälfte des Monats kann ich so und so nicht schreiben. Hinzu kam dann noch der Hochmut: ach, Nano, das hast du doch nimmer nötig. Zwei Mal reicht. Ja, aus den zwei Malen hab ich gelernt, dass man mit Disziplin und Sitzfleisch wirklich einen Roman fertig bringen kann. Sich deswegen den Stress noch mal antun? Nein. Dann schreib ich halt nur 30.000 Wörter im Monat oder meinetwegen 25.000 je nachdem. Viel mehr hat ja der letzte Nano auch nicht für mich ausgespuckt. Naja, wie auch immer.

Dafür spricht jedenfalls, dass ich bevor der Budapest-Aufenthalt vorbei ist, meinen Vampirroman fertig haben wollte. Und seit ich hier bin hab ich erst ein Kapitel überarbeitet und sonst immer alles auf morgen verschoben. Gut, ich werde die 50 K wahrscheinlich nicht schaffen, aber deswegen schon aufgeben bevor es angefangen hat? Niemals. Aufgrund der erschwerten Bedingungen hab ich mir gestattet die Spielregeln ein wenig anzupassen. Es gelten nicht nur geschriebene sondern auch überarbeitete Wörter. Wer sagt, das sei feig, dem sei erwidert, dass die Überarbeitung bei mir ohnehin so lange dauert wie das Schreiben selbst und mindestens genauso aufwendig ist. Und das wichtige sind ja nicht die Spielregeln sondern der fertige Roman. Und meinen Hochmut von vorgestern habe ich schon über Bord geworfen. So diszipliniert bin ich nicht, dass ich das Gleiche auch schaffe ohne mich mit diversen Psychotricks selber auszutricksen.

Also dann auf ein Neues. Und egal wie viel ich schaffe, hauptsache es passiert was. Und natürlich, je mehr desto besser.

2 Kommentare 1.11.08 19:57, kommentieren

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Ich lebe noch ....

.... und schreibe auch noch. Nur halt nicht ins Blog. Meine Plan einfach einmal ein Exposé zu schreiben hat sich ein wenig ausgewachsen, mittlerweile bin ich dabei gleich den ganzen Roman zu tippen. Also mal eine Rohfassung oder sowas. Und dabei hat sich auch eine neue Erkenntnis eingestellt.
Ich habe erstmals einen Roman von A - Z durchgeplant, was passiert und was hat das für Folgen, wie geht's dann weiter und vor Allem wie geht's dann aus. Und gut war's. Das Schreiben selbst ist jetzt ein Vergnügen. Ich glaube nicht, dass ich mir durch das Planen irgendwie die Spannung rausgenommen habe, die ich sonst beim Schreiben hätte. Höchstens eine Art Spannung, die mich vom Schreiben abhält: weil es wenig konstruktiv ist, wenn man Angst hat sich vor den leeren Bildschirm zu setzen, weil man Angst hat, dass einem nichts einfällt.
Kombiniert mit den Erkenntnissen von Nanowrimo (jeden Tag Wörter zählen bringt einen ans Ziel) ergibt das in der Praxis eine gute Arbeitsroutine, in der man auch weniger produktive gut einplanen kann, ohne schlechtes Gewissen zu bekommen. Und es macht Spaß zu sehen, dass was weitergeht.

Zwischendurch - um genau zu sein letzten Freitag - hat mich dann auch noch die Muse geküsst und mir ist die Romanidee eingefallen auf die ich schon seit Jahren warte. Also Elemente waren immer da, nur nicht das Wie-Was-Wann-Wo usw. und ich fülle fleißig ein Notizbüchlen. Also wenn ich die Rohfassung an der ich grade arbeite fertig habe, steht wie es aussieht noch so ein klitzekleines Exposé an.

27.8.08 12:40, kommentieren

Die Schreibgruppe und ich

Ich wollte immer schon in eine Schreibgruppe. Nur fand ich es wichtig Leute zu finden, die schreibtechnisch und thematisch in etwa auf meiner Wellenlänge sind. Jetzt hat sich endlich einmal mit ein paar Forenbekanntschaften, die auch in Wien daheim sind etwas ergeben. Das erste Treffen war sehr nett. Jeder hat eine Kurzgeschichte zum allgemeinen Kritisieren freigegeben. Wir sind einstweilen dazugekommen zwei davon zu diskutieren, da wir ansonsten auch viele generelle Dinge zu bereden hatten. Man muss sich ja einmal kennen lernen, sehen mit wem man es zu tun hat. Meine Geschichte war noch nicht dran, aber eine Kollegin hat schon gesagt, da gäbe es seeehr viel anzumerken. Und ich bin gespannt aufs nächste Mal in ca. einem Monat.

1 Kommentar 7.2.08 11:32, kommentieren

Ich beherrsche das Chaos ...

... dank des Schneeflocken-Prinzips.
Worum es dabei geht kann man hier nachlesen.

Was mir das gebracht hat?
Also das war so: Ich will einen Roman vorplanen, habe die Geschichte schon sehr detailiert im Kopf. Viel Material, viele mögliche Szenen von denen ich gar nicht alle verwenden kann, super ausgearbeitete Figuren. Mit einem Wort: so viel Material, dass ich plötzlich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr gesehen habe. Ich wusste einfach nicht mehr wo ich anfangen wollte. Eigentlich wollt ich ja nur ein Exposé schreiben, aber wie macht man aus all dem Stoff ein eine spannende Geschichte, die Hand und Fuß hat?

Und hier kommt das Schneeflockenprinzip (Snowflake Method) zum Einsatz, die dem zerstreuten Künstler helfen soll, seine Gedanken auf das Wesentliche zu konzentrieren. Man beginnt mit einem einzelnen Satz. 15 Wörter die beschreiben wovon die Geschichte handelt, Prämisse sozusagen, und von da aus geht man dann in sieben Schritten ins Detail. Zum Schluss hat man dann ein schönes Exposé und wenn man mag auch eine szenenweise Aufstellung des Romans, den man dann "nur" noch schreiben muss.

Ich bin noch nicht ganz durch, und bei mir wird die Anzahl der verschiedenen Schritte eine andere sein. Mein Roman ist ja kein Ikea-Regal und das Schneeflockenprinzip auch keine Zusammenbauanleitung.

Und was das Ganze eigentlich mit Schneeflocken zu tun hat, und wie es genau geht, kann man jetzt oben unter dem genannten Link nachlesen - falls es irgendwie interessieren sollte ....

1 Kommentar 25.1.08 19:20, kommentieren

Im Zeichen des Vampirs ....

... steht bei mir der Dezember.
Nach Nanowrimo hab ich mir erst einmal eine Pause von den Schwarzen Schatten gegönnt und mich anderen Projekten gewidmet.
Eine Vampirkurzgeschichte. ja wer denn nicht neuerdings ;-) Allerdings schreib ich sowas ja so und so immer wieder, und eine Ausschreibung habe ich noch nie zum Anlass genommen, mir zu einem Thema wo mir so und so nichts einfällt was aus den Fingern zu saugen.

Außerdem plane ich an einem anderen Vampirprojkt herum. Mehr verrat ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht dazu, aber Spaß machen tut es.

Also das sind meine Dezemberprojekte - vom schreiberischen her. So tut sich auch einiges. Hab zwar noch keinen Job, aber ich hab das Gefühl, dass ich der Sache zumindest schon näher komme. Ich bin durchaus bereit, daran zu glauben, dass man als fertig studierter Geisteswissenschaftler noch mehr Optionen hat, als die pure Verzweiflung ...

Und nächste Woche komm ich auch gar nicht zum Verzweifeln, weil mich meine finnische Lieblingsemailfreundin besuchen kommt und wir gaaaz viel machen müssen, Stephandom besteigen, Theater gehen, Christkindlmarkt gehen. Vier Tage sind da viel zu kurz, aber trotzdem besser als gar nix :-)))

1 Kommentar 16.12.07 21:47, kommentieren